Wenn Führungskräfte aus der Reihe tanzen – Krisenkommunikation unter Druck
Rückblick
Über 50 Kommunikationsfachleute im Austausch über Krisenkommunikation
Das Interesse war gross: Mehr als 50 Kommunikationsfachleute und Gäste aus der ganzen Schweiz nahmen am Online-Mittagsanlass «Wenn Führungskräfte aus der Reihe tanzen – Krisenkommunikation unter Druck» vom 16. Juni 2026 teil. Vertreten waren Mitglieder aus sechs von sieben Regionalgesellschaften von pr suisse sowie zahlreiche weitere Interessierte.
Starke Resonanz auf ein aktuelles Thema
Dieser Anlass zeigt, dass bei der ZSPR frischer Wind spürbar ist. Mit aktuellen Themen, neuen Formaten und einer offenen Vernetzung über die Regionalgesellschaften hinweg gelang es der ZSPR, Kommunikationsprofis aus der ganzen Schweiz zusammenzubringen und den fachlichen Austausch aktiv zu fördern. Die hohe Teilnehmerzahl und das grosse Engagement der Anwesenden unterstreichen ihre Rolle als Kompetenzzentrum und Netzwerk für Kommunikationsfachleute in der Zentralschweiz.
Krisenkommunikation als Führungsaufgabe
Anhand aktueller Beispiele aus Politik, Wirtschaft und Sport verdeutlichte Referentin Sereina Schmidt, welche Risiken entstehen, wenn Führungspersonen in Krisensituationen unkoordiniert kommunizieren oder von gemeinsam festgelegten Botschaften abweichen.
Es wurde deutlich, dass Kommunikationsverantwortliche sowohl vor als auch während der Krise zentrale Rollen einnehmen. Im Idealfall sind sie Sparringspartner von Führungsgremien und geben auch unter hohem Druck Orientierung und Vertrauen.
Zu den häufigsten Stolpersteinen zählen laut Schmidt eine zu frühe oder zu späte Kommunikation, Botschaften mit unpassenden oder lapidaren Nebensätzen sowie der Einsatz der falschen Sprecherinnen und Sprecher.
Besonders komplex werde es, wenn Führungspersonen in einer Krise nicht mehr «die gleiche Sprache sprechen» und mit ihren Aussagen von der vereinbarten Linie abweichen. Für Kommunikationsfachleute sei es deshalb entscheidend, die Führungspersonen gut zu kennen und einschätzen zu können, wie sie unter Druck reagieren. Man müsse sich intensiv mit der Person und ihrem Charakter auseinandersetzen, betonte Schmidt. Gerade in Krisensituationen seien Glaubwürdigkeit, Klarheit und Konsistenz von zentraler Bedeutung.
Vorbereitung entscheidet vor dem Ernstfall
Eine zentrale Erkenntnis des Vortrags lautete: Krisenkommunikation beginnt lange vor der eigentlichen Krise. Nicht der Umgang mit dem Druck entscheidet über den Erfolg, sondern die Vorbereitung darauf. Wer Zuständigkeiten, Abläufe und Botschaften erst definiert, wenn die Krise bereits eingetreten ist, verliert Zeit und Handlungsspielraum.
Ebenso deutlich machte Schmidt, dass Krisen Führungsarbeit sind. Kommunikation dürfe dabei nicht auf die Rolle einer reinen Textlieferantin reduziert werden. Vielmehr müsse sie als Taktgeberin wirken, Risikenfrühzeitig erkennen, Entwicklungen einordnen und die Führung bei strategischen Entscheidungen unterstützen. Erfolgreiche Krisenkommunikation entstehe dort, wo Führung und Kommunikation eng zusammenspielen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Zur Referentin
Sereina Schmidt ist Kommunikations- und Krisenmanagement-Expertin. Sie berät und begleitet Organisationen sowie Führungskräfte in anspruchsvollen Kommunikationssituationen und verfügt über langjährige Erfahrung in der strategischen Kommunikation, im Issues Management und in der Krisenkommunikation. Mit ihrem praxisnahen Vortrag vermittelte sie den Teilnehmenden konkrete Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Krisen und die erfolgreiche Zusammenarbeit von Führung und Kommunikation.
Weitere Informationen und Kontakt unter Sereina Schmidt AG.
Der nächste ZSPR-Anlass findet am 21. September 2026 im Kantonsspital Luzern statt und wird im Format eines «World Cafés» durchgeführt.
Galerie
Krisen zeigen unbarmherzig, wie gut Führung und Kommunikation wirklich funktionieren. Sereina Schmidt zeigt, wie Kommunikationsprofis unter Druck die Kontrolle behalten und Führungsgremien zu souveränem Handeln befähigen.
Krisen legen offen, wo Führung und Kommunikation an ihre Grenzen kommen. Besonders kritisch wird es, wenn Führungskräfte unkoordiniert auftreten, von der Linie abweichen oder vorschnell kommunizieren. Wie behalten Kommunikationsprofis in solchen Situationen die Kontrolle? Und wie gelingt es, Führungsgremien so vorzubereiten, dass sie auch unter Druck souverän handeln?
Sereina Schmidt gibt Einblicke in die Praxis der Krisen- und Führungskommunikation.
Sie zeigt, wie Führung in Krisensituationen kommunikativ gesteuert wird, welche Fehler typischerweise entstehen – und wie Klarheit, Konsistenz und Glaubwürdigkeit sichergestellt werden. Mit konkreten Beispielen und Raum für Erfahrungsaustausch.
Datum: Dienstag, 16. Juni 2026
Zeit: 12.15 – 13.15 Uhr
Format: Online (Zoom)
Dieser Anlass ist eine Anerkannte Rezertifizierungsmassnahmen Certified PR & Communication Expert SAQ. Hier geht es zur Übersicht