Adrienne Fichter über Social Media im amerikanischen Wahlkampf

28.09.2016

Die Luzerner Bloggerin, Politologin und Social Media-Verantwortliche der NZZ Adrienne Fichter ging in ihrem Referat vom 27. September 2016 weit über die Frage nach dem Sieger bzw der Siegerin im amerikanischen Social Media-Wahlkampf hinaus.

Zunächst einmal räumte Adrienne Fichter mit der Vorstellung auf, dass man Kommunikationskanäle noch trennen könne. «On- und Offline-Wahlkampf verschmelzen heute», hielt sie gleich zu Beginn der Veranstaltung am MAZ fest. Als «Over all»-Sieger im amerikanischen Social Media-Wahlkampf kürte sie Bernie Sanders. Daneben zeigte sie aber vor allem auf, welch unterschiedliche Ziele Clinton, Trump und Sanders auf welchen Kanälen verfolgen bzw verfolgten, wie sie ihre Ziele dort zu erreichen versuchen, welche Mittel sie dazu einsetzen und welche Spielregeln in diesem spezifischen Wahlkampf gelten. Einmal mehr wurde deutlich, wie wichtig Videos und Infografiken bzw Statistiken sind.

Dialog statt Wahlkampf-Show pflegen
Die engagierte Luzernerin untersuchte überdies die Social Media-Aktivitäten von Schweizer Politikerinnen und Politikern, wo der regelmässige Online-Austausch mit der Bevölkerung immer noch die Ausnahme darstellt. Zu denken gaben Adrienne Fichters Ausführungen über brisante Entwicklungen im Netz wie die Rolle von Algorithmen und Bots. Das Fazit der Social Media-Expertin bezüglich Einsatz von digitalen Kanälen in der Politik: «Nicht die Präsenz zählt, sondern der kontinuierliche Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern».

Moderiert wurde der Anlass von ZSPR-Präsident Reto Martinelli. Die Räumlichkeiten stellte freundlicherweise erneut das MAZ bereit, die Schweizer Journalistenschule.

Weitere Informationen
Im September 2017 erscheint ein Buch von Adrienne Fichter. Schon vorher, nämlich im Januar 2017, lanciert sie mit politikviernull.com einen Thinktank zur Digitalisierung der Politik.

Bilder der Veranstaltung

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